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Pressemitteilung

30. August 2010 — Allgemein

„Den Kunden immer wieder positiv überraschen“

Interview mit HEUER-Geschäftsführer Andreas Heuer

Schlierbach, 13.09.2010 – Andreas Heuer, Jahrgang 1956, übernahm 1998 die Geschicke der Ernst Friedrich Heuer GmbH. Der Unternehmer, der die Abläufe seines Firmenverbundes gern aus dem Hintergrund steuert, verdiente sein Geld bis dahin in der Computerbranche. Mit den Ersparnissen kaufte und sanierte er zwei Unternehmen in Sachsen (1992) und Thüringen (1997). 1998 übernahm er schließlich den Familienbetrieb in Württemberg.
Die E.F. Heuer GmbH produziert in ihrem Werk in Schlierbach/Württ. Blechkantteile und Rollladentechnik. Auf der Internationalen Fachmesse für Montage, Handhabungstechnik und Automation (Motek) in Stuttgart präsentiert HEUER zwischen dem 13. und 16. September 2010 seine Produktlösungen speziell für die Automation, den Maschinen- und den Anlagenbau.
Im Interview spricht der studierte Wirtschaftsingenieur über die Unterscheidungsmerkmale seiner Produktionsbetriebe, die besonderen Qualität der HEUER-Produkte und sein Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland.

Herr Heuer, wodurch heben sich Ihre Betriebe von anderen Firmen der Branche ab?
Andreas Heuer: Ich denke, dass sich die HEUER-Firmen durch Pfiffigkeit, Zuverlässigkeit, gepaart mit Schnelligkeit und höchsten Qualitätsansprüchen auszeichnen. Wir machen es unseren Kunden leicht im täglichen Miteinander, weil wir sie oft bereits bei der Entwicklung ihrer Produkte aktiv unterstützen. Wir nennen das den so genannten „Kümmerer-Service“. Uns ist es wichtig, unseren Partnern größtmöglichen Nutzen und Mehrwert durch sympathische und hilfsbereite Kompetenz und pfiffige Lösungen zu bieten. Kurz: Wir arbeiten aktiv am Erfolg unserer Kunden mit.

Durch welche Qualitätsmerkmale zeichnen sich Ihre Produkte aus?
Heuer: Wir sind zwar eine moderne Unternehmensgruppe, halten es mitunter aber mit der Philosophie unserer Großväter: Wir produzieren langlebige Produkte mit zeitlosem Design, die ästhetisch ansprechend sind. Im Maschinenbau sind wir ganz klar darauf aus, unsere Partner mit einer Kombination aus High-Tech und hoher Funktionalität zu überzeugen – mit Produkten, die höchsten technischen Ansprüchen genügen und doch ganz einfach zu handhaben sind, weil sie sich auf Grund ihrer „Plug-and-Play“-Charakteristik schnell und unkompliziert in die Systeme unserer Kunden integrieren lassen.
Was hat sich in den letzten Jahren in der Zulieferer-Branche, in der Sie tätig sind, maßgeblich geändert?
Heuer: Der Kunde gibt uns immer kürzere Lieferzeiten vor. Vor einigen Jahren hatten wir noch zwei Wochen Zeit, die Ware nach Maß zu fertigen und zu liefern. Die gleiche Leistung müssen wir heute in wesentlich kürzerer Zeit erbringen, was aber möglich geworden ist durch Kaizen-basierende Prozesse.

Und worin sehen Sie die wesentlichen Herausforderungen an Ihr Unternehmen?
Heuer: Wir müssen unsere Geschäftsfelder weiter konsequent abarbeiten. Der Markt bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, und ich bin sicher, dass wir bisher erst 30 Prozent unseres Potenzials ausgeschöpft haben. Es gibt vor allem im Bereich Maschinenbau/Anlagebau/Automatisation viele potenzielle Kunden, die uns noch gar nicht kennen. Das bedeutet natürlich, dass wir unseren Vertrieb verstärken müssen.

Definieren Sie doch mal den Begriff Kundenzufriedenheit.
Heuer: Wenn ein Geschäftspartner Fan der Heuer GmbH und ihrer Mitarbeiter ist, ist das für mich das größte Indiz für einen zufriedenen Kunden. Wir sind ein bewegliches, freundliches und kompetentes Unternehmen und möchten die Kunden mit unseren Lösungen begeistern. Dann kommen unsere Kunden automatisch mit Ihren neuen Aufgaben wieder zu uns.

Alle Welt spricht über die Automobil- und die Maschinenbaubranche, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Die beiden Sektoren wären ohne die Zulieferbetriebe, zu denen auch Sie zählen, nicht überlebensfähig. Wie beurteilen Sie den Zustand der hiesigen Zuliefer-Industrie?
Heuer: Grundsätzlich stehen Deutschlands Zulieferer heute gut da, weil sie sich schnell den Veränderungen angepasst haben, denke ich. Aber ich glaube, dass auf der Suche nach immer kostengünstigeren Produktionsmodellen auch viel Augenwischerei betrieben wird, beispielsweise was die angeblich kostengünstige Fertigung im fernen Osten betrifft.
Ich will Ihnen ein Beispiel nennen: Im Rahmen einer Delegationsreise durch China reiste ich mit dem Einkäufer eines deutschen Unternehmens, das einen Teil seiner Produkte dort fertigen lässt. Er erwähnte, dass er in diesem Jahr schon zum 24. Mal (!) geschäftlich in China unterwegs sei. Zum Thema Lohnstückkosten schmunzelte er und gab zu, dass so manche „Koordinationskosten“ auf andere Kostenstellen verteilt werden, es aber Firmenstrategie sei, nicht nur um den sprichwörtlichen Kirchturm herum einzukaufen.
Mittlerweile spüre ich, dass hier wieder etwas Beruhigung eingekehrt ist. Mir lag der Produktionsstandort Deutschland schon immer am Herzen. Inzwischen liefern wir sogar hochpräzise Stanzteile nach China und unsere vorgefertigten Rollladenmodule bis nach Australien. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass HEUER zu den Gründungsmitgliedern der Initiative „Standort Deutschland“ zählt, deren Ziele sich mit unserer Firmenstrategie zur Standortsicherung deckt.
Welche Auswirkungen hatte die jüngste Weltwirtschaftskrise auf Ihr Unternehmen?
Heuer: Wir sind dankbar, dass wir durch schnelle Anpassung und die große Flexibilität aller Mitarbeiter zusammen mit unseren Kunden und Lieferanten die aktuelle Krise gut gemeistert haben. Gestrafft und gestärkt freuen wir uns über die momentane wirtschaftliche Erholung. Besonders im Maschinenbau und der Automation kommen nun diese Projekte wieder aus der Schublade, die zu Beginn der Krise gestoppt wurden.

Mit welcher unternehmerischen Philosophie gehen Sie morgens ins Geschäft?
Heuer: Die beste Motivation ist Begeisterung. Unsere Kunden sollen uns als kompetenten, zuverlässigen und innovativen Zulieferer schätzen. Qualität bedeutet für mich, die Erwartungen unserer Kunden zu übertreffen und sie immer wieder aufs Neue zu überraschen. Wenn unsere Geschäftspartner von uns begeistert sind, sind unsere Mitarbeiter begeistert – und ich auch.

Als was für eine Art Chef würden Sie sich bezeichnen?
Heuer: Mein Berufsweg begann nach Studium und einem anschließenden Fulbright-Stipendium in den USA in der Computerbranche bei Digital Equipment Corp. (DEC). In diesem noch vom Gründer Ken Olsen geführten Musterunternehmen durfte ich den kooperativen Führungsstil kennenlernen. Diese Art zu führen lässt Platz für kreatives Wachstum. Für mich hat sich dieses Modell schon allein deshalb bewährt, um die drei eigenständigen Firmen parallel mit ganz flacher Hierarchie führen zu können – das wäre mit dem autoritären Führungsstil unserer Vorfahren nicht mehr möglich. Unsere Mitarbeiter, besonders die drei Betriebsleiter, haben sehr große Freiräume. Gerne überlasse ich unseren Fachkräften vor Ort, die täglich direkt mit der Materie und unseren Kunden zu tun haben, das Feld und springe ein, wenn ich gebraucht werde und helfen kann.
Kooperativ zu führen setzt aber auch voraus, großes Vertrauen in seine Mannschaft zu haben. Das Vertrauen geht in beide Richtungen: Wir sind dankbar, dass wir unsere langjährigen Mitarbeiter bis zu ihrer Rente beschäftigen und durch selbst ausgebildeten Nachwuchs einen kontinuierlichen Generationswechsel gewährleisten können. Eine besondere Freude für alle Beteiligten sind die wertvollen Urlaubsvertretungen unserer „Rentner“ und unsere Firmenfeiern, wenn wieder alle beisammen sind – und hoffentlich einen guten Grund zu feiern haben.

Bildunterschrift:
Dateiname: >>Andreas Heuer<<
Bildzeile: Andreas Heuer (rechts) im Gespräch mit Christian Anders, dem Werksleiter der Heuer Metallwaren GmbH in Pulsnitz.

Pressekontakt
Jens Hönig – Leiter Vertrieb und Technik
Ernst Friedrich Heuer GmbH
Auchtertstraße 23
73278 Schlierbach
Tel. +49-7021-9 24 113
Mobil +49-172 – 714 13 12
E-Mail: hoenig@heuer-metall.de

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Pressemitteilung 2 motek 2010

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Andreas Heuer
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